Langzeitstudie bestätigt: RLS-Medikamente wirken mit der Zeit immer weniger
Gerhard Girschweiler
Nur wenige Studien haben den langfristigen Einsatz von Dopaminagonisten beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) untersucht. Eine Studie aus den USA untersuchte vor geraumer Zeit 50 Patienten, die zwischen 1998 und 2002 erstmals Pramipexol einnahmen. Ziel war es, Behandlungsdauer, Langzeitwirksamkeit, Entwicklung von Nebenwirkungen und Augmentation über einen längeren Zeitraum zu bestimmen. Untersucht wurde der Dopaninagonist Pramipexol.
Ergebnisse
Pramipexol wurde durchschnittlich 8 Jahre lang verwendet (Bereich 0,6-12 Jahre). Neun Personen (18%) brachen die Studie ab: vier wegen schlechter Wirksamkeit, zwei wegen Impulskontrollstörungen (z.B. Spielsucht), eine wegen Augmentation und zwei wegen behobener Symptome. Nur bei 40 % der Teilnehmer wirkte Pramipexol bis ans Ende der Studie. Bei 58% war Pramipexol teilweise wirksam und bei 2% wirkungslos. Die mittlere tägliche Dosis stieg von 0,38 mg auf 1,0 mg bis am Ende der Studie. Bis zu 74% der Patienten hatten Nebenwirkungen. Insgesamt 56% berichteten von Tagesschläfrigkeit, davon 10% von Schlafattacken während der Fahrt und 10% entwickelten Impulskontrollstörungen. Die Augmentation entwickelte sich bei 42% der Patienten nach durchschnittlich 16,5 Monaten und nicht später als 4,1 Jahre nach Beginn der Behandlung. Insgesamt 28% benötigten zusätzliche nicht-dopaminerge Medikamente.
Fazit
Die Wirksamkeit von Pramipexol sank mit der Zeit, mit zunehmender Dosis und Zugabe anderer Wirkstoffe. Zu den Problemen gehörten die Entwicklung der Augmentation innerhalb der ersten 4 Jahre der Therapie und Nebenwirkungen wie die mit der Zeit zunehmende Schläfrigkeit und die Entwicklung von Impulskontrollstörungen. Die Studie unterstreicht den Bedarf an weiterer Forschung zu alternativen nicht-dopaminergen Behandlungen für RLS.